Die emotive Erklärung der Vertreter des Clubs in den Medien sollte den Anschein erwecken, dass hinter der Entscheidung des Clubeigners, Budvar zu verlassen, Mangel an gutem Willen seitens des Besitzers der Budvar Arena sowie des langjährigen (seit zwanzig Eishockeysaisons) Hauptsponsors, der Brauerei Budweiser Budvar stecke.
Das Scheinproblem hätte dem verschuldeten Club helfen sollen, seine finanzielle Situation möglichst schnell zu klären. Den öffentlich zugänglichen Wirtschaftsberichten zufolge wies der HC Mountfield den höchsten kumulierten Verlust aller Extraliga-Clubs aus. Die aktuellen Berichte zum 30. April 2012 stellten einen Gesamtverlust von 71.103 Mio. CZK und sonstige Verbindlichkeiten in Form von Fremdkapital in Höhe von CZK 40.236 Millionen CZK fest, wobei sich das Stammkapital auf 41,2 Mio. CZK und das Eigenkapital auf -29,565 Mio. CZK beliefen. Ein Wirtschaftsbericht für die vergangene Saison wurde noch nicht veröffentlicht, sollte sich aber die Wirtschaftslage des Clubs nicht erheblich verbessert haben, ist die Situation noch komplizierter.
„Die Lösung für eine solche Situation sind keineswegs die Mietbedingungen für das Stadion, die Marke des ausgeschenkten Bieres oder die Stadt, in der der Club spielen wird. Die Lösung kann nur eine ordentliche Finanzspritze sein. Wir haben volles Verständnis dafür, dass der Club unter diesen Umständen beschlossen hat, ein lukratives Angebot anzunehmen und umzuziehen. Er hätte dies aber seinen Fans, der Stadt sowie uns ganz sachlich, kultiviert und ohne Vorwürfe erklären können,“ so Dipl.-Ing. Jiří Boček, Direktor von Budweiser Budvar. „Wir freuen uns natürlich überhaupt nicht darüber, dass die Eishockey-Extraliga aus Budweis wegzieht. Wir glauben jedoch nicht, dass dies das Ende der Eishockeytradition in unserer Stadt bedeutet. Wir hoffen, dass es bald einen würdigen Nachfolger dieser Tradition geben wird, und wir sind bereit, mit ihm über die künftige Zusammenarbeit zu verhandeln,“ ergänzt Jiří Boček.
Die Brauerei Budweis Budvar lehnt es grundsätzlich ab, dass sie Schuld am Weggang des Extraliga-Eishockeyclubs aus Budweis zuschreiben zu lassen. Die volle Verantwortung liegt beim Club, der einen Vertrag mit der Agentur BPA unterschrieb, ohne die aus den bestehenden Verträgen resultierenden Konsequenzen in Erwägung gezogen zu haben. Außerdem weigert sich der Club seit einigen Monaten, diese Situation konstruktiv zu lösen.